Hintergrund

Der Gesetzgeber hat den G-BA beauftragt, Vorgaben zur Konkretisierung der besonderen Aufgaben von Zentren und Schwerpunkten zu definieren. Soweit dies für die Erfüllung der besonderen Aufgaben erforderlich ist, sind zu erfüllende Qualitätsanforderungen festzulegen, insbesondere Vorgaben zur Art und Anzahl von Fachabteilungen, zu einzuhaltenden Mindestfallzahlen oder zur Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen. Es geht um die Indikationen Onkologie, Rheumatologie, Traumatologie und seltene Erkrankungen. 

Alle Zentren, die künftig Zentrumszuschläge erhalten wollen, weil sie besondere (nicht über DRGs finanzierte) Aufgaben erfüllen, sind betroffen. Ebenso müssen viele Krankenhäuser nun bangen, dass bisher gezahlte oder von Gerichten zuerkannte Zuschläge wegfallen. Für einige Kliniken sind das Ausfälle in Millionenhöhe. Bei den Zuschlägen geht es um bis zu 300 Millionen Euro – extrabudgetär –, zudem unterliegen die Leistungssteigerungen in Zentren nicht dem Fixkostendegressionsabschlag.

Gleichzeitig arbeitet der G-BA an einer Richtlinie nach § 136a Abs. 5 SGB V, die verpflichtende Maßnahmen der Qualitätssicherung und Kriterien für die Qualität der Anwendung von Arzneimitteln für neuartige Therapien (sogenannte ATMP) bestimmen soll. Hier geht es um extrem hochpreisige und risikoreiche Arzneimitteltherapien, die nur in bestimmten Zentren durchgeführt werden dürfen. Spannend wird sein, welche Anforderungen an die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität erfüllt werden müssen, wie die anwendungsbegleitenden Datenerhebungen (Register) aussehen sollen und welche zukünftigen Indikationen bzw. Arzneimittelgruppen geplant sind.

Feststeht, dass beide Zentren den Klinikbetrieb durch besondere Aufwände und Belastungen beeinflussen. Es ist daher für die strategische Ausrichtung einer Klinik unerlässlich, sich frühzeitig über die zukünftigen Regelungen für mögliche Zuschläge zu informieren.

Experten der Selbstverwaltung und Vertreter unterschiedlicher Kliniken informieren aktuell und stellen ihre eigenen Erfahrungen mit Zentren vor.