Hintergrund

Das Gesetz zur Reform der Notfallversorgung wird für die erste Jahreshälfte 2020 erwartet. Zu den strittigen Punkten gehört die Schaffung eines eigenständigen Leistungsbereichs im Recht der gesetzlichen Krankenversicherung (im SGB V) für den Rettungsdienst. Auch die Frage der Qualitätsanforderungen und der Standortsauswahl für die zukünftigen Integrierten Notfallzentren ist noch unklar. Spannend wird, wie der Patient zukünftig in die richtige Versorgungsebene kommt. Die Entscheidung, welches Krankenhaus anzufahren ist, soll durch die digitale Dokumentation ermöglicht werden sowie durch eine bundesweite Echtzeitübertragung der bestehenden Versorgungskapazitäten. In der Praxis verfügen aber die wenigsten Kliniken über die entsprechend notwendige Technik. Braucht die Notfallversorgung auch eine Digitalisierungsoffensive?
Der (strukturierten) Ersteinschätzung kommt eine besondere Bedeutung zu. Wie qualifiziert man die Mitarbeiter für die Ersteinschätzung? Wie weit ist man bei der Patientensteuerung mittels Assistenzsystemen und Dokumentation/Register?
Das MDK-Reformgesetz wird kommen. Mit welchen Auswirkungen auf der ZNA zu rechnen ist und wie die neuen Strukturprüfungen vor dem Hintergrund der G-BA-Richtlinie zu den Notfallstufen in Verbindung mit der MDK-Qualitätskontroll-Richtlinie aussehen, wird ebenfalls vorgestellt.
Die Ermittlung des Personalbedarfs für Ärzte und die Pflege ist schwierig. Welche und wie viele Kennzahlen braucht man? Eine praktische Personalbedarfsrechnung am Beispiel der Notaufnahme des Klinikums Wolfsburg wird vorgestellt und über die Empfehlungen der notfallmedizinischen Fachgesellschaften zur Personalausstattung der Pflege in der ZNA diskutiert.
Bau und Gestaltung von Notaufnahmen sind ebenfalls im Fokus dieser WOKwissen-Fachkonferenz. Dabei geht es auch um Warteraum- und Wartezeitgestaltung. Hierzu wird ein umfangreiches Konzept von der Möblierung über die Organisation bis hin zur Unterhaltung und Versorgung vorgestellt.
Vor Ort besteht wieder die Gelegenheit, eine ZNA hautnah zu besichtigen. Prozessorientierte Bauplanung in Kombination mit der Integration der Bedürfnisse von Patienten – die ZNA der Universitätsmedizin Essen ist spannend, fast komplett papierlos und legt einen Schwerpunkt auf die Aspekte Technik und Digitalisierung. Bei der Planung waren ärztliche und pflegerische Leitung gleichermaßen beteiligt. Interessant ist die Kooperation zwischen der dortigen Notaufnahme und den Geriatrischen Zentren der KEM | Evang. Kliniken Essen-Mitte.