Hintergrund

Mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz treten zu Jahresbeginn gleich mehrere Maßnahmen in Kraft, um eine spürbare Verbesserung des Alltags der Pflegekräfte zu erreichen. Die Pflegepersonaluntergrenzen sollen zum 1. Januar 2019 umgesetzt werden. Spannend wird sein, wie die Umsetzung in der Praxis aussieht und ob es dann wirklich zu Schließungen von Abteilungen oder zur »Pflegepersonalumverteilung« kommt.
Ab 2019 sollen sowohl jede Stellenaufstockung als auch jede neue Stelle zusätzlich vergütet werden. Zudem werden die Pflegepersonalkosten ab 2020 unabhängig von den DRGs mit einem eigenen Budget vergütet. Aber wie werden die Kassen künftig vor Ort (re)agieren, beispielsweise in den Budgetverhandlungen oder bei der Überprüfung der Mittelverwendung?
Das (Pflege)-Management muss sich auf geänderte Rahmenbedingungen einstellen. Dabei geht es u.a. um die Ausbildung und Gewinnung von Pflegekräften, um den Einsatz von Personalsteuerungsinstrumenten und eine Neuausrichtung der Kliniken hin zu mehr Arbeitgeberattraktivität für die Pflege.
Das Universitätsklinikum Essen hat einen langen Tarifstreik mit ver.di hinter sich, nun geht es an die Umsetzung der ambitionierten Vorgaben trotz Pflegenotstand. Zu den Vereinbarungen gehört auch die Einführung von Personalbedarfsermittlungsverfahren für alle Pflegeorganisationsbereiche, um die Regelbesetzungen für jede Schicht zu bestimmen.
Ein Ausweg aus dem Pflegenotstand kann, zumindest in Teilaspekten, der Einsatz von Robotik in der Pflege sein. Der Roboter THEA zeigt auf der Konferenz was heute schon möglich ist. Dabei geht es auch um die Wirtschaftlichkeit und Qualifizierung der Pflegeroboter.
In den neu zu gründenden Pflegekammern wird sich zeigen, ob sich diese, wie in Rheinland-Pfalz, als »Mitmachkammern« verstehen oder als praxisferne Institutionen. Die Pflege hat jetzt die Möglichkeit, den Prozess aktiv mit zu gestalten – sowohl vor Ort als auch auf der politischen Ebene.
Vertreter aus dem BMG, der Länder, der Kliniken und der Kostenträger informieren und diskutieren über den aktuellen Sachstand.