Hintergrund

Mit dem Inkrafttreten des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes und dem damit einhergehenden „Pflexit“ wird die finanzielle Situation für Kliniken zunehmend schwieriger. Die Herausforderung besteht nun darin, Strukturen neu zu überdenken und Prozesse zu optimieren, um mit den vorhandenen Ressourcen auszukommen. Gerade jetzt ist es wichtig, voneinander zu lernen und rechts und links zu schauen, welche Modelle funktionieren.
Bei dieser WOKwissen-Best-Practice-Konferenz werden anhand von Praxisbeispielen Möglichkeiten gezeigt, wie den Problemen bei der Pflegepersonalgewinnung, den sinkenden Erlösen und den Nachteilen der Arbeitsteilung kreativ begegnet werden kann. In den Waldkliniken Eisenberg wird bereits heute mit einer realistischen Kapazitäts- und Ressourcenplanung sowie einer interdisziplinären Dienstplanung gearbeitet. Mitarbeiter können beispielsweise Dienste über eine Self-Service-App selbstständig tauschen. Im neuen Bettenhaus wird es keine Stationsorganisation mehr geben, sondern eine Unit-Struktur mit einer 100-prozentigen Pflegefachquote (keine Assistenzkräfte der Pflege) und einer Trennung von fachlicher und administrativer Leitungsfunktion ohne klassische Stationsleitungen.
Auch die St. FRANZISKUS-Stiftung Münster hat viel Energie und Wissen in die Neuordnung der Aufbauorganisation gesteckt. Ziel sind unter anderem ein Wechsel von der reinen Pflegeperspektive zur Unternehmenssicht und die Einbindung in betriebliche Entscheidungsprozesse.
Die Imagekampagne des Klinikums Darmstadt zielt auf die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrer Klinik und auf die Aspekte des pflegerischen Selbstverständnisses ab und wirkt damit positiv nach innen und außen. Diese Kampagne ist ein Bestandteil der Pflegestrategie, die insbesondere die Professionalisierung mit der Akademisierung und Weiterentwicklung zur prozessorientierten Pflege beinhaltet.
Sehr spannend ist auch die „Station der Zukunft“ an der Medizinischen Hochschule Hannover. Auf einer unfallchirurgischen Station werden im laufenden Betrieb neue Technologien implementiert und evaluiert. Dazu gehören zum Beispiel Roboter und intelligente Betten. Gleichzeitig wird auch über ganz neue Stationszuschnitte nachgedacht, so zum Beispiel über reine Aufnahmestationen.
Es wird also spannend. Und es ist viel Zeit zur Vorstellung der einzelnen Projekte und zur Diskussion eingeplant.