Hintergrund

Kein anderer Bereich des Gesundheitswesens unterliegt einem so engmaschigen und intensiven Kontroll- und Sanktionssystem wie die Krankenhäuser. Der G-BA und das DIMDI erarbeiten Kriterien, um eine einheitlich gute Strukturqualität zu beschreiben. Diese haben durch die Rechtsprechung der Sozialgerichte ungeahnte Brisanz erhalten: Wird auch nur ein Kriterium nicht erfüllt, gilt die gesamte Leistung als nicht erbracht. Unklar ist noch, wie zukünftig sanktioniert wird.
Der MDK steht dauerhaft am Pranger, führt aber in seinem Selbstverständnis nur vom Gesetzgeber geforderte Prüfungen durch. Dazu kommt, dass die Prüfungsschwerpunkte des MDK großen regionalen Schwankungen unterliegen – je nachdem, welchen Schwerpunkt die Kostenträger in der Beauftragung legen. In einzelnen Bundesländern haben sich jetzt „Insellösungen“ zur Verfahrensbeschreibung entwickelt.
Der G-BA als Autor der Richtlinien für BAA, TAVI und Neonaten wird ebenfalls stark kritisiert. Hier interessiert besonders, welche Richtlinien als Nächstes geplant sind.
Viele Krankenhäuser geraten zunehmend unter Druck und befürchten, zukünftig einige Leistungen nicht mehr erfüllen zu können. Gleichzeitig ist auch das Liquiditätsmanagement extrem schwierig. Wie geht man mit der Rückwirkung bei Ablehnung der Strukturvoraussetzungen und mit der Finanzierung der Vorhaltekosten um? Wie kann man strukturabhängige Vergütungsbestandteile sichern?
Auf dieser WOKwissen-Fachkonferenz sind Vertreter aller beteiligten Gruppen vertreten und stehen für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.