Hintergrund

Die Selbstverwaltungspartner sollen bis zum 30. Juni 2018 Untergrenzen für pflegesensitive Bereiche festlegen. Bereits Ende Januar 2018 muss ein Zwischenbericht der Selbstverwaltung an das Bundesministerium für Gesundheit geschickt werden.
Die Herausforderungen sind komplex: Es gibt wenig belastbares Datenmaterial, und eine einheitliche Lösung für alle Kliniken ist schon deshalb schwierig, weil die personellen, organisatorischen und baulichen Strukturen in Deutschlands Kliniken gänzlich unterschiedlich sind.
Eine Schweregradjustierung der Patienten ist nötig und auch eine genaue Definition des Qualifikationsmix der Pflegekraft. Dazu kommt noch die von der jeweiligen Schicht abhängige Berücksichtigung unterschiedlicher Vorgaben. Und letztendlich natürlich die Frage, woher das Personal bei leergefegtem Arbeitsmarkt kommen soll und was bei Nichteinhaltung der Vorgaben passiert? Unklar ist auch, wie der mögliche Mehrbedarf an Pflegekräften in pflegesensiblen Bereichen finanziert werden soll.
Die Charité – Universitätsmedizin Berlin hatte 2016 in einem Tarifvertrag bundesweit „einmalige Maßstäbe“ für eine bessere Pflege an Krankenhäusern gesetzt. In diesem Tarifvertrag waren erstmals personelle Mindestbesetzungen für mehrere Bereiche des Krankenhauses vereinbart worden. Der Ärztliche Direktor berichtet über seine Erfahrungen mit diesem „ungewöhnlichen“ Tarifvertrag.
Spannend ist auch die zukünftige Abbildung von Pflege im DRG-System. Korrekturen wurden bereits in diesem Jahr für den erhöhten Pflegebedarf vorgenommen. Aber reicht das aus? Und wie passt eine Personalmindestausstattung da hinein?
Alle Krankenhäuser werden betroffen sein, und es ist daher unabdingbar, sich zeitnah mit den möglichen Neuerungen zu beschäftigen. Vertreter der Expertenkommission, dem Bundesministerium für Gesundheit, der Länder und der Kliniken stehen als Referenten zur Verfügung und informieren über die Hintergründe und den aktuellen Sachstand.