Hintergrund

Für alle Intensivstationen wird die Situation vor dem Hintergrund der Pflegepersonaluntergrenzen, der G-BA-Vorgaben und der damit verbundenen Strukturanforderungen eine sehr große Herausforderung. Der Spagat zwischen berechtigten Qualitätsansprüchen, Versorgungsauftrag und Fachkräftemangel ist kaum noch zu schaffen. Experten befürchten, dass immer mehr Kliniken ihre Intensivbetten (teilweise) schließen werden, da das benötigte Personal nicht verfügbar ist. Gleichzeitig wächst durch die zukünftige Rolle der Intensivstation beim Notfallstufenkonzept die strategische Bedeutung der ICU für das gesamte Krankenhaus.
Der Druck auf das (Pflege-)Personal steigt stetig, und neben einer gut überlegten Personalakquise sind Arbeitszeitmodelle, Kommunikationsstrategien im Team und Burn-out-Prävention wichtige Parameter, um die Situation vor Ort zu verbessern.
IMC-Stationen können die Situation vordergründig entschärfen, sind aber mittelfristig nur praktikabel, wenn die Aufnahmekriterien genau definiert werden. Welche Voraussetzungen sind nötig, welches Patientengut sinnvoll?
Zunehmend erschwerend wirken die MDK-Prüfungen – insbesondere im Hinblick auf die Strukturvorgaben. Hierbei geht es häufig um Bestandteile der Komplexpauschale oder Auslegungsfragen im Kontext von Beatmungen.
Die mit der neuen Musterweiterbildungsordnung verbundenen steigenden Anforderungen sind für die meisten Kliniken ohne zusätzliche Ressourcen kaum umzusetzen. Simulationsbasiertes Lernen wird eine größere Rolle spielen. Auf dieser WOKwissen-Fachkonferenz wird ein Best-Practice-Beispiel der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover vorgestellt.
Experten aller betroffenen Bereiche stehen für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.