Hintergrund

Zahlreiche Kliniken setzen sowohl im pflegerischen als auch im ärztlichen Bereich auf Honorarkräfte bzw. auf Leasingkräfte, also auf Arbeitskräfte, die beim „ Verleiher“ angestellt sind und vom Krankenhaus in Form der Arbeitnehmerüberlassung entliehen werden. Der Trend wird sich möglicherweise in den nächsten Jahren weiter verstärken, weil mancherorts festangestellte Ärzte und Pflegekräfte kaum zu gewinnen sind. Gleichzeitig hat sich das Thema Honorarkräfte in den vergangenen Jahren sowohl in den Krankenhäusern als auch in der Gesetzgebung und Rechtsprechung zu einer Dauerbaustelle entwickelt, da viele rechtliche Fragen bislang ungeklärt sind. Die Rechtsprechung ist uneinheitlich und lässt einen „roten Faden“ vermissen. Viele Kliniken sind betroffen, zumal sie oft die eigenen „Altlasten“ nicht genau kennen.
Aktuell wird im hohen zweistelligen Bereich gegen Kliniken wegen des Vorwurfs des Sozialabgabenbetrugs ermittelt. Auch die seit April 2017 geltenden Neuregelungen für den Einsatz von Notärzten sind nicht zwingend rechtssicher. Es bleiben diverse Fragen offen, so beispielsweise die arbeitsrechtliche Einordnung solcher Notärzte. Die Grenze zur Strafbarkeit bleibt mitunter fließend. Hinzu kommen die zum 1. April 2017 in Kraft getretenen, teils gravierenden Änderungen im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz. Änderungen betrafen unter anderem die Höchstüberlassungsdauer und den Aspekt „ Equal Pay“. Viele der derzeit praktizierten Gestaltungen müssen künftig angepasst werden.
Auf dieser WOKwissen-Fachkonferenz wird die Thematik aus unterschiedlichen Perspektiven dargestellt. Experten aus Kliniken, der Staatsanwaltschaft, der Rechtsberatung, der Versicherung und der Deutschen Rentenversicherung  berichten sehr praxisnah von ihren Erfahrungen. Es ist viel Zeit für Ihre Fragen eingeplant.